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    DISKUSPFLEGE - Originalbericht von Ernst Wedlich    

Diese Seite richtet sich an jene Aquarianer die sich mit dem Gedanken tragen Diskusfische zu erwerben, jedoch von der allgemeinen Meinung verunsichert sind, wonach der Diskus schwierig zu halten sei und nur "Spezialisten" dazu in der Lage sind.

Die folgenden Hinweise sind lediglich als Denkanstöße zu verstehen um sie zu eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zu ermutigen und keine starren Regeln denen man kritiklos folgen muß.

 

Wie viele Diskus soll man sich kaufen?
Da der Diskus ein Rudeltier ist, sollte man unserer Meinung nach mindestens 5-7 Tiere gemeinsam halten. Nur zur Zucht werden die Tiere vorübergehend paarweise gehalten.

   

Wie groß soll das Aquarium sein?
Ein durchaus vernünftiger Richtwert besagt, man soll pro Diskus 50 Liter Wasser rechnen. Das heißt ihr Becken sollte mindestens 350 Liter groß sein. Allerdings muß man sagen, daß  selbst Becken unter 500 Liter auf Dauer zu klein sind. Bedenken Sie das der Diskus für aquaristische Verhältnisse ein Großfisch ist und deshalb in kleineren Becken nicht annähernd Artgerecht gehalten werden kann. Sollte Ihr Becken nicht diesen Mindestanforderungen genügen, so würden wir Ihnen dringend raten auf Diskus zu verzichten und kleineren Arten den Vorzug zu geben.

 

Soll man kleine Diskus kaufen?
Vorteil: geringe Anschaffungskosten
Nachteil: wesentlich empfindlicher gegenüber Krankheiten und Pflegefehlern, das zu erwartende Aussehen ist nur grob abzuschätzen

 

Soll man größere Diskus kaufen?
Vorteil: sie sehen bereits wie das Tier aussieht und müssen es nicht erraten wie er in z. B. einem Jahr sein wird. Für ein Schaubecken sollten sie nur etwas größere Tiere erwerben, da es ihnen sonst nur schwer möglich sein wird ausschließlich schöne Tiere zu besitzen. Der Pflegeaufwand und der Futtereinsatz ist bei größeren Tieren etwas geringer.
Nachteil: höhere Anschaffungskosten

 

Wie oft soll man füttern?
Um gesunde und vitale Diskus zu besitzen ist eine häufige Fütterung unerläßlich. Viele Krankheiten, insbesondere im Darmbereich entstehen unter anderem aus zu großen Fütterungsintervallen und zu einseitiger Fütterung. Bei jungen Fischen sollte man 5-10 mal, bei erwachsenen Tieren nicht unter 3 mal( besser öfters) pro Tag füttern.

 

Was soll man füttern?
Junge Fische: Artemianauplien, Cyclops, Bosmiden, Lobstereier, Moina, feines Trockenfutter 
Größere Fische: Rote - Schwarze - Weiße Mückenlarven, Artemia, Daphnia, Muschelfleisch, Rinderherzmischungen, Mysis, Krill, Trockenfutter. Die Tiere gewöhnen sich nur langsam an neues, für sie unbekanntes Futter. Doch an alle obengenannten Futtersorten kann der Diskus gewöhnt werden. Es liegt an ihnen die Fische zu erziehen und nicht umgekehrt. Verabreichen sie noch unbekanntes Futter als Erstes am Tag, wenn die Diskus noch hungrig sind.

 

Bei welcher Temperatur soll man Diskus halten?
Nicht unter 28 Grad C. Üblicherweise 29-30 Grad C. Maximal, vorübergehend bis 34 Grad C, z.B. bei Temperaturbehandlung.

 

Welche Wasserwerte sind notwendig?
Ein heißes und vieldiskutiertes Thema. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Haltung und Zucht.
Beispiel: Wir halten unsere Fische bei KH 6-8,GH 8-11, PH 7,5-7,8 - auch Wildfänge, ohne jegliche Probleme. Zur Zucht verwenden wir weiches, saures Wasser, ca. 3 Grad Härte und PH 5-6.Viel entscheidender sind z. B. Inhaltstoffe wie Schwermetalle ( Blei, Kupfer), Insektizide, Pestizide usw. Informationen darüber bekommen Sie von Ihrem örtlichen Wasserwerk, bei Grundwasser von Ihrem Umweltamt und wenn Sie wissen aus welchem Material Ihre Hauswasserleitung besteht.

 

Wie oft soll man Wasserwechseln?
Dafür gibt es naturgemäß keine Regel, da es selbstverständlich von Ihren individuellen Verhältnissen abhängt, aber eine Möglichkeit einen Faktor herauszufinden ist folgende. Kaufen sie sich einen Nitrattest, messen sie ihr Aquariumwasser. Versuchen Sie nun diesen Werte nicht  über 50 bis max. 100 mg steigen zu lassen. Übliche Intervalle und Wechselmengen schwanken bei einem durchschnittlichen Diskusbecken zwischen 1 mal pro Woche 30 % bis zu 2 mal die Woche 60%. Unsere Aquarien verfügen über ein automatisches Wasserwechselsystem mit dessen Hilfe täglich ca. 20% gewechselt wird. Vernachlässigen Sie dieses Thema nicht! Die Frische und Hygiene ihres Aquariumwassers ist ein wesentliche Aspekt für das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihrer Fische und unserer Erfahrung nach wesentlich wichtiger wie z.B. ob die Diskus bei 2 oder 20 Grad Härte gehalten werden.

 

Soll man neu erworbene Fische oder Pflanzen in Quarantäne halten?
Mit der Quarantäne will man ein Einschleppen von all jenem verhindern, das man nicht gekauft hat. :-)
Ein so heißes Thema, das man ein wenig ausführlicher behandeln muß, da es viele Variable gibt.
Auch hier möchten wir Ihnen keine "Lehrmeinung" vorgeben sondern lediglich Denkanstöße liefern, die es Ihnen erleichtern Möglichkeiten und Risken abzuwägen um eine individuelle Entscheidung zu treffen.
Einrichtungsgegenstände: Alle Gegenstände ( Wurzeln etc.) die unmittelbar aus fremden Aquarien kommen, sollten Sie nach Möglichkeit und/oder:
1.Reinigen
2.Kochen
3.Ein paar Tage trocken lagern
4.Ein paar Tage naß lagern, z.B Wurzeln
Der Einsatz von speziellen Desinfektionsmitteln ist im durchschnittlichen Fall nicht notwendig und ohne Vorkenntnisse möglicherweise kontraproduktiv.
Pflanzen: Die perfekte Quarantäne für Pflanzen ist ein Aquarium ohne Fische, in dem sie mehr oder weniger lang gepflegt werden. Ein kleiner Wasserbehälter mit entsprechendem Wasser und Temperatur tut es für ein bis zwei Wochen auch. Sollten Sie ein Einschleppen von Schnecken verhindern wollen, so ist der Zeitpunkt für den Einsatz von Antischneckenmitteln während der Quarantäne perfekt.
Fische: Wenn Sie die Gelegenheit haben, sollten Sie neue Fische( und nicht nur Diskus) in Quarantäne halten, d.h. beobachten. Wir sind strikt gegen prophylaktische Behandlungen während der Quarantäne. Selbstverständlich müssen Sie den Tieren auch in dieser Phase entsprechende Lebensbedingungen schaffen ( Aqariumgröße, Filtertechnik, Wasserqualität....). Bedenken Sie, daß die Tiere unter Streß stehen wenn sie gefangen und umgesetzt werden und der Diskus relativ lange braucht um sich einzugewöhnen, d. h. die Quarantänedauer ist ein Abwägen zwischen genügend Beobachtungszeit und Vermeidung von zusätzlichem Streß. Als Richtwert kann ein Zeitraum zwischen 2-8 Wochen angenommen werden. Beziehen Sie die Herkunft der Tiere mit in Ihre Überlegungen ein, z.B. kommen die Tiere frisch aus dem Fernen Osten oder haben Sie sie von einem guten Bekannten gekauft, dessen Aquarien Sie kennen und wissen ob und welche Krankheiten er in seinen Becken  gehabt hat. In Zoofachgeschäften treffen laufen neue Fischlieferungen ein und zwischen den einzelnen Aquarien wird keine strikte Isolierung durchgeführt. Haben Sie schon einmal zugesehen wie in einem Zoogeschäft die Fische gefüttert werden oder die Becken gereinigt werden? Selbstverständlich kommen die Hände des Personals mit allen Becken in Berührung  und verteilen somit alle theoretisch vorkommenden Krankheiten auf alle Becken. Bedenken sie dieses Argument wenn Ihnen Ihr Händler sagt, daß er die Fische die sie möglicherweise kaufen wollen seit mehreren Wochen in Quarantäne hält (!). Was er Ihnen nicht sagen wird ist, daß er in der Zwischenzeit andere Fischlieferungen bekommen hat, mit denen die Fische aus der Quarantäne durch die zuvor genannten Möglichkeiten in Kontakt gekommen sind!
Behalten Sie die Quarantäne so lange bei, bis Sie einigermaßen sicher sind, daß die neuen Fische gesund sind. Solange Sie das nicht sind sollten Sie die Beobachtungsphase aufrecht erhalten und mit größter Vorsicht eine Infektion der angestammten Tiere vermeiden.

 

Soll man Lebendfutter verwenden?
Jeder Fisch freut sich über Lebendfutter, worüber er sich nicht freut ist, wenn er davon krank wird!
Lebendfutter aus der Zoohandlung ist eine tolle Möglichkeit um sich Krankheiten und/oder Schnecken (für den der sie nicht haben will) einzuschleppen. Sie kennen weder die Quelle, noch womit das Futter in Berührung gekommen ist. Selbstverständlich muß es zu keiner Erkrankung kommen, aber das Risiko ist nicht unbeträchtlich. Bei Tubifex jedoch sollten sie das Risiko auf keinen Fall eingehen, denn Ihr Nährwert steht in keinem Verhältnis zu den möglichen Problemen. Die sicherste Möglichkeit ist, wenn Sie das Lebendfutter selbst züchten :-) oder aus einem fischfreien Gewässer selbst fangen. Enchyträen, Artemia, Wasserflöhe, Schwarze Mückenlarven, Bachflohkrebse, etc. bieten jede Menge Freizeitspaß und Potential für Ehekrisen. Wenn Sie hier verständlicherweise Ihre Grenzen kennen gelernt haben brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, denn Sie können Ihre Fische auch ausschließlich mit Frost- und Trockenfutter hervorragend ernähren. Nützen Sie das reichhaltige Angebot an Frostfutter und variieren Sie bei den dargebotenen Sorten so viel wie möglich. Wenn Sie mindestens auf sieben verschiedene Futtersorten kommen, die Sie regelmäßig (!) verfüttern, dann haben Ihre Fische ein gutes zu Hause. Ein einziges infiziertes Lebendfutter kann die Ursache für eine Menge Probleme sein, bedenken sie das bei Ihrem nächsten Einkauf.

 

Kann man Diskus in Pflanzenbecken halten?
Selbstverständlich! Die Frage ist nur, ob extreme Pflanzenbecken ( Holländische oder Amano ) mit Großfischen wie es der Diskus nun einmal ist, kombiniert werden sollen. Interessanterweise neigen besonders Anfänger dazu, sich an derlei Projekten zu messen, wobei sie dadurch zu gerne gesehenen Kunden in den div. Zoofachhandlungen werden, da Ihre Investitionsbereitschaft umso mehr steigt, je unbefriedigender Ihre Versuche verlaufen. Da es bekanntlich viele Wege zum Glück gibt und der Ruhm für denjenigen sicherlich grenzenlos ist, der es zustande bringt eine Herde Elefanten in einen perfekt gestyltem japanischem Ziergarten zu halten, wird es diese Experimente immer wieder geben. Verwerflich ist jedoch die oft beobachtete Tatsache, daß die Rahmenbedingungen zum Nachteil der Diskus verändert werden um die Pflanzen zu schonen. Beispiel: die Temperatur wir oft unter 28 Grad eingestellt oder die Diskus, insbesondere die jungen Fische, werden nur sehr unzulänglich gefüttert um die Verschmutzung des Aquariums gering zu halten. 

Unser Tipp: Vermeiden Sie Rasen- und Waldbildende Pflanzen (Cryptocoryne, Vallisneria, Hygrophilia, Myriophyllum etc). und setzen Sie vermehrt auf Solitärpflanzen ( Echinodorus, Aponogeton, Nymphaea, etc). Ein Hauptproblem bei vielen Pflanzenbecken ist, daß sie sehr schlecht vom Mulm zu befreien sind und deshalb sind sie, obwohl sie optisch sauber wirken, in einem sehr unhygienischen Zustand. Ein weiteres Problem ist, daß die dargebotenen Futtermenge oft von den Diskus nicht ereicht werden kann und anstatt für ihr Wachstum und ihre Gesundheit zu sorgen nur das Aquariummilieu belastet. Junge Diskus in einem Pflanzenbecken aufzuziehen ist fast unmöglich, wenn man bedenkt, daß sie 5-10 Mal am Tag gefüttert werden müßten um optimal zu wachsen. Dabei kann sich jeder leicht vorstellen in welchem Zustand das Becken in kürzester Zeit wäre.
Fazit: Vermeiden Sie zu dicht bepflanzte Becken, setzen sie keinen zu jungen Diskus in Ihr Becken ein, machen Sie keine Kompromisse zu ungunsten Ihrer Diskus bezüglich Temperatur, Futtermenge und Wasserwechsel oder nicht durchgeführter Krankheitsbehandlungen.

 

Vielleicht versuchen Sie es einmal mit zwei Aquarien; Eines optimiert für Pflanzen und wenige kleine Fische, ein Anderes optimiert für Großfische.

 

Das Thema Licht!
Oft werden wir von unseren Kunden recht erstaunt gefragt, wie es möglich ist, die Fische bis zu 10 mal pro Tag zu füttern wenn man berufstätig ist. Die Lösung lautet: Zeitverschiebung! Bei unseren Aquarien schaltet sich das Licht Wochentags um 15:30 Uhr ein und um 24 Uhr aus, bzw. am Wochenende um 12 Uhr ein und um 24 Uhr aus. Damit hat man genügend Zeit die Tiere zu füttern und sie zu beobachten.

 

Und nun viel Spaß

@copyright by Diskuszucht Wedlich -- mit freundlicher Genehmigung

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